Vom 16. bis 17. März 2026 versammelten sich um die 100 Akteur:innen aller drei Phasen der Religionslehrkräftebildung, um an der Leibniz Universität Hannover über die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Professionalisierung evangelischer Religionslehrkräfte zu diskutieren. Co-Agency, Positionalität und Fachwissen waren dabei die zentralen Schlagworte, um die sich die Vorträge und Workshops drehten. Anlass der Tagung war die Revision des EKD-Textes 96 „Die theologisch-religionspädagogische Professionalität evangelischer Religionslehrer*innen“. Die Veranstalter waren, neben dem Institut für Theologie der Leibniz Universität Hannover, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Evangelisch-Theologische Fakultätentag (E-TFT) und die Konferenz der Institute für Evangelische Theologie (KIET).
Einer der Schlüsselvorträge wurde von Prof. Dr. Colin Cramer aus Konstanz gehalten. Er setzte sich intensiv mit dem Stand der Professionalisierung evangelischer Religionslehrkräfte auseinander, beleuchtete bestehende Herausforderungen und betonte die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterentwicklung und Anpassung an gesellschaftliche Veränderungen. Der zweite Hauptvortrag wurde von Prof.in Dr. Annette Scheunpflug (Bamberg) gehalten, die den Blick auf das Lehren in den Geisteswissenschaften weitete, um Impulse für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in der Theologie zu setzen.
Das Herzstück der Tagung bestand aus drei Workshop-Sessions mit einem breiten Angebot, die es den Teilnehmenden ermöglichten, sich in spezifische Themenfelder zu vertiefen und darüber in kleinen Gruppen ins Gespräch zu kommen. Die erste Session übertrug das Tagungsthema auf die Fächer der Theologie, um die Interdisziplinarität der Theologie und der Teilnehmenden abzubilden. Die zweite Session thematisierte Potenziale des Phasenübergriffs in der Religionslehrkräftebildung. Hier wurden Best-Practice-Beispiele vorgestellt, die zugleich kritisch reflektiert und weitergedacht wurden. Die dritte Session behandelte klassische Querschnittsthemen wie Demokratiebildung, Heterogenitätssensibilität, Inklusion sowie genuin theologische Themen wie religiöse Vielfalt und Interdisziplinarität.
Gerahmt wurde das Tagungsprogramm liturgisch mit einer abendlichen Führung bei Kerzenschein in der Kreuzkirche und einem Morgenimpuls. Durch Abschlussdiskussionen wurden an beiden Tagen alle gesammelten Eindrücke in einem gemeinsamen Resümee gebündelt, womit wichtige Resonanzen zur Implementierung der gewonnenen Erkenntnisse geschaffen wurden.
Die Konsultation bot den Teilnehmern eine wertvolle Plattform für den Austausch über zentrale Themen und Herausforderungen der theologisch-religionspädagogischen Professionalität und deren regulative Horizonte, wobei zentrale Begriffe und Anliegen auf Basis der Neuauflage des EKD-Textes 96 erschlossen wurden. Mit einem Bewusstsein für die Vielfalt der Themen und einem interdisziplinären Ansatz konnten neue Wege und Perspektiven für die Lehrkräftebildung im evangelischen Kontext eröffnet werden.